Offene Regale haben ihren Reiz: Man sieht auf einen Blick, was da ist, und alles ist schnell erreichbar. Doch genau das ist auch ihre Schwäche. Jede Unordnung bleibt sichtbar, und ein Regal, das voll und wild gestapelt ist, macht das ganze Zimmer unruhig. Mit ein paar einfachen Regeln bleiben offene Regale trotzdem schön.
Die wichtigste Regel heisst: nicht jedes Fach füllen. Ein Regal, das etwas Luft lässt, wirkt sofort ruhiger. Wer in jedem Fach ein wenig Raum lässt, hat Platz für Neues und muss nicht dauernd umräumen. Ein bewusst leeres Fach ist keine Verschwendung, sondern ein Ruhepunkt fürs Auge. Wer aussortiert, tut das am besten gemeinsam mit den Kindern: Was steht seit Langem unbenutzt da, und was wird wirklich gebraucht? Ein Teil davon kann im Schrank ruhen und später gegen anderes getauscht werden, so bleibt das Regal lebendig und trotzdem ruhig.
Gruppieren und Behälter
Ähnliche Dinge gehören zusammen. Bücher stehen nebeneinander, Spielzeug wird nach Art gruppiert, Kleinkram kommt in Körbe oder Schachteln, die einheitlich wirken. Wenn die Behälter ähnliche Farben oder Materialien haben, wirkt das Regal aufgeräumter, auch wenn der Inhalt bunt ist. So verschwinden die unschönen Ecken, ohne dass man Dinge wegwerfen muss.
Auch die Höhe ist wichtig. Schwere Dinge kommen nach unten, leichte nach oben, und was täglich gebraucht wird, steht auf Augenhöhe des Kindes. Hohe Regale werden fest an der Wand befestigt, damit sie nicht kippen. Wer sich an diese Ordnung hält, findet schneller, was er sucht, und das Regal bleibt stabil.
Ein einzelner schöner Gegenstand pro Regal genügt als Blickfang: ein Bild, eine Pflanze oder ein Lieblingsstück des Kindes. Die Ruhe darum herum macht ihn besonders. Das gilt auch für das Kinderzimmer, wo ein Regal mit Bastelwerken oder Steinen ein persönliches Gesicht bekommt.
Regelmässig hilft ein kurzer Rundgang: Was steht am falschen Ort? Was hat sich angesammelt? Ein kurzer Blick genügt, und jedes Ding kehrt an seinen Platz zurück. So sieht das Regal mit wenig Aufwand immer gepflegt aus, und man hat Freude an dem, was darin steht. Kinder lernen dabei, dass Ordnung nichts Strenges ist, sondern etwas Schönes.